Die Uffizien tragen ihren Namen noch immer: „Büros“ – denn Cosimo I. de’ Medici ließ den langen Bau im 16. Jahrhundert als Verwaltungssitz errichten, nicht als Museum. Doch die Medici hängten ihre gesammelten Schätze von Anfang an in die oberen Stockwerke, und wer ihnen wichtig war, durfte hinauf. Vasari schuf dafür einen Palast aus Licht und Ordnung, direkt am Arno. Später vermachte die Familie die Sammlung der Stadt – unter einer Bedingung: Sie darf Florenz nie verlassen. Heute hängen hier Botticelli, Leonardo und Caravaggio unter einem Dach, und die Warteschlange davor gehört längst zum Stadtbild wie der Dom.
Audioguide Florenz
Tella ist ein kostenloser Audioguide für jeden Ort der Erde. Hier sind 30 Orte in Florenz, die eine Geschichte wert sind. Öffnen Sie einen davon auf der Karte und hören Sie sie auf Deutsch, oder nehmen Sie die Android-App mit auf einen Spaziergang und lassen Sie sich erzählen, woran Sie gerade vorbeigehen.

Orte, die eine Geschichte wert sind

Kathedrale von Florenz
Kirchengebäude in Florenz
Brunelleschi bekam den Auftrag für die Kuppel, obwohl er kein einziges Bauwerk vorweisen konnte – er war Goldschmied. Sein Plan war so ungewöhnlich, dass man ihn zuerst für verrückt hielt: Er baute die Kuppel ohne ein einziges Holzgerüst, in zwei sich selbst tragenden Schalen. Vier Millionen Ziegel wurden dafür vermauert, in einem Fischgrätenmuster, das bis heute hält. Die Kuppel von Santa Maria del Fiore war bei ihrer Fertigstellung die größte der Welt und überspannt den Dom mit einem Durchmesser von fünfundvierzig Metern. Kein Konkurrent hat je gewagt, sie nachzuahmen.

Palazzo Pitti
Palast der Renaissancezeit und Museum in Florenz, Italien
Photo: Almaak · CC BY-SA 3.0

Ponte Vecchio
älteste Brücke über den Arno in der italienischen Stadt Florenz
Die Goldschmiede auf dem Ponte Vecchio verdanken ihre Läden einem Erlass von Ferdinando I. aus dem Jahr 1593 – vorher roch es hier nach Schlachterei, weil die Fleischer ihre Abfälle einfach in den Arno kippten. Dass die Brücke den Zweiten Weltkrieg überstand, hat sie einem deutschen Offizier zu verdanken: Während die Wehrmacht 1944 alle anderen Florentiner Brücken sprengte, ließ Gerhard Wolf den Ponte Vecchio stehen. Statt ihn zu zerstören, blockierte man lediglich die Zugänge mit den Trümmern der angrenzenden Häuser. Wolf wird dafür bis heute mit einer Gedenktafel auf der Brücke geehrt.
Photo: Ingo Mehling · CC BY-SA 4.0

Palazzo Vecchio
Palast und Museum in Florenz
Der Palast ist asymmetrisch gebaut, weil er einen alten Wachturm der Familie Uberti mit eingeschlossen hat – den Turm, auf dem heute der Uhrmechanismus sitzt. Als die Medici einzogen, ließ Cosimo I. nicht nur die Regierung umziehen, sondern auch eine geheime Schatzkammer im oberen Geschoss einbauen, die man nur über einen verborgenen Durchgang hinter einem Wandgemälde im Arbeitszimmer des Herzogs erreicht. Als Florenz 1865 kurzzeitig Hauptstadt des Königreichs Italien wurde, tagte hier die Camera dei deputati.

Santa Maria Novella
gotische Kirche in Florenz
In der Fassade von Santa Maria Novella steckt die erste große Perspektivmalerei der Renaissance – Masaccios „Trinität“ im Inneren täuscht eine Kapelle vor, die es gar nicht gibt. Die Kirche selbst ist ein Lehrbuch der gotischen Architektur, erbaut von den Dominikanern ab 1279, mit einer Marmorfassade, die Leon Battista Alberti im 15. Jahrhundert vollendete. Ihr Name erinnert an das ältere Oratorium Santa Maria delle Vigne, das hier stand, bevor der Orden das Gelände übernahm. Heute ist sie die Hauptkirche des Dominikanerordens in Florenz und beherbergt Meisterwerke von Giotto, Brunelleschi und Botticelli.
Photo: Armin Kleiner · CC BY-SA 4.0

Biblioteca Medicea Laurenziana
staatliche italienische Bibliothek in Florenz
Photo: No machine-readable author provided. Richardfabi~commonswiki assumed (based on… · Public domain

Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze
Bibliothek in Florenz, Italien
Photo: Gryffindor · CC BY-SA 3.0

Piazza della Signoria
Platz in Florenz, Italien
Auf der Piazza della Signoria stand einst das berühmteste Original einer Skulptur der Welt: Michelangelos David. Über dreihundert Jahre lang kam Florenz hier zusammen, um sich an ihm zu messen. Die Kopie, die heute dort steht, wirkt fast bescheiden neben all den anderen Marmorgrößen – denn der Platz ist ein Freilichtmuseum der politischen Macht. Hier zeigt der Perseus von Cellini mit dem Haupt der Medusa auf die Bürger; hier ließ Savonarola seine Gegner verbrennen. Jede Statue auf diesem Platz erzählt, wer in der Republik das Sagen hatte.
Photo: Zolli · CC BY-SA 3.0

Loggia dei Lanzi
Gebäude in Florenz, Italien
Der Name stammt von den Landsknechten, die Cosimo I. de’ Medici im 16. Jahrhundert hier stationierte – sie gaben der Loggia dei Lanzi ihren volkstümlichen Namen, obwohl das Bauwerk offiziell Loggia della Signoria heißt. Dabei wurde die Arkadenhalle zwischen 1376 und 1382 ursprünglich für Kundgebungen und Empfänge der Republik Florenz errichtet. Heute ist sie eine Freiluft-Skulpturengalerie mit Meisterwerken wie Cellinis „Perseus mit dem Haupt der Medusa“ und Giambolognas „Raub der Sabinerinnen“. Die Münchner Feldherrnhalle wurde nach ihrem Vorbild gebaut.

Orsanmichele
Kirche und kommunales Gebäude in Florenz
Eigentlich war Orsanmichele einmal ein Getreidespeicher – im Erdgeschoss wurde Korn gehandelt, und genau dort fing ein Madonnenbild an, Wunder zu wirken. Der Kornmarkt wurde kurzerhand zum Oratorium, die Händler finanzierten die prächtigste Kapelle, die sie sich leisten konnten. Jede Zunft der Stadt stiftete eine Statue für die Außennischen: Donatello schuf den heiligen Georg, Ghiberti seinen Matthäus. Heute stehen die Originale im Museum, draußen hängen Kopien – doch das Gebäude selbst ist noch immer beides: Kirche und ehemaliger Kornspeicher mitten im Florentiner Alltag.
Photo: user:Sailko · CC BY 3.0

Ospedale degli Innocenti
Museum und Renaissance Bauwerk in Florenz von Filippo Brunelleschi
Photo: MenkinAlRire · CC BY-SA 4.0
Archäologisches Nationalmuseum Florenz
archäologisches Museum in Italien
Photo: Sailko · CC BY-SA 3.0

Brancacci-Kapelle
ist eine für ihre Fresken bekannte Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine in Florenz
Photo: Masaccio · Public domain
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