Justinian wollte mit der Hagia Sophia einen Kirchenraum schaffen, der alles Bisherige übertrifft – und die Kuppel, die seine Baumeister 537 fertigstellten, blieb über Jahrhunderte die größte frei schwebende Ziegelkuppel der Welt. Sie ruht auf nur vier Pfeilern, was den Raum darunter so weit und schwerelos macht, dass Zeitgenossen berichteten, die Kuppel hänge an einer goldenen Kette vom Himmel. Nach der osmanischen Eroberung 1453 wurde die Kirche zur Moschee, 1935 zum Museum und 2020 wieder zur Moschee – ein Gebäude, das in anderthalb Jahrtausenden zweimal die Religion wechselte und jede Epoche überstand.
Audioguide Istanbul
Tella ist ein kostenloser Audioguide für jeden Ort der Erde. Hier sind 30 Orte in Istanbul, die eine Geschichte wert sind. Öffnen Sie einen davon auf der Karte und hören Sie sie auf Deutsch, oder nehmen Sie die Android-App mit auf einen Spaziergang und lassen Sie sich erzählen, woran Sie gerade vorbeigehen.

Orte, die eine Geschichte wert sind

Sultan-Ahmed-Moschee
Moschee in Istanbul
Sultan Ahmed ließ sie mit sechzehn bauen, als Antwort auf die Hagia Sophia – und sein Architekt Mehmet Ağa schuf sechs Minarette statt der üblichen vier, was damals ein Skandal war, weil nur die Moschee in Mekka sechs haben durfte. Der Sultan spendierte der heiligen Stadt kurzerhand ein siebtes, um den Streit zu beenden. Drinnen bestimmen über zwanzigtausend blaue İznik-Fliesen das Licht, das durch 260 Fenster fällt, und gaben der Moschee ihren europäischen Namen: Blaue Moschee. Sie war bis 2020 Istanbuls Hauptmoschee.

Topkapı-Palast
Palast in der Türkei
Vier Jahrhunderte lang wurde von hier aus das Osmanische Reich regiert – und zugleich lebten die Sultane mit ihren Familien, Dienern und Wachen in dieser Stadt aus Pavillons, Höfen und Gärten. Der Name Topkapı bedeutet Kanonentor und erinnert an eine Zeit, in der vor dem Palast tatsächlich Geschütze salutierten. Als Mehmed II. kurz nach der Eroberung Konstantinopels den Bau in Auftrag gab, ließ er die Anlage direkt über Teilen der byzantinischen Altstadt errichten. Der letzte Großbau entstand 1840: der Große Pavillon, entworfen vom armenischen Architekten Sarkis Balyan, der die osmanische Architektur des 19. Jahrhunderts maßgeblich prägte.

Theodosianische Mauer
19–20 Kilometer lange Befestigungsanlage zum Schutz von Konstantinopel
Photo: Apaleutos25 · CC BY-SA 4.0

Hagia Irene
Kirchengebäude in Istanbul
Die Hagia Irene ist älter als die berühmte Hagia Sophia nebenan – ihr Bau wurde schon im 4. Jahrhundert von Konstantin begonnen. Und sie ist die einzige byzantinische Kirche Istanbuls, die nie in eine Moschee umgewandelt wurde. Die Osmanen nutzten sie stattdessen jahrhundertelang als Waffenlager. Heute dient der leere, hallende Raum als Konzertsaal, gerade wegen seiner besonderen Akustik.
Photo: Ninara · CC BY 2.0

Sokollu-Mehmed-Pascha-Moschee
Moschee in Istanbul, Türkei

Obelisk des Theodosius
Ägyptischer Obelisk in Istanbul
Er ist dreieinhalb Jahrtausende alt, doch er steht erst seit dem Jahr 390 hier: der Obelisk des Theodosius. Pharao Thutmosis III. ließ ihn im 15. Jahrhundert vor Christus bei Luxor errichten, wo er bis in die Spätantike blieb. Dann ließ Kaiser Theodosius I. ihn nach Konstantinopel schaffen und im Hippodrom aufstellen – fast zwanzig Meter Granit auf vier Bronzewürfeln. Seitdem hat er Erdbeben, Brände und die osmanische Eroberung an derselben Stelle überstanden.
Photo: Apaleutos25 · CC BY-SA 4.0
Die Geschichten schreibt eine KI aus öffentlichen Karten- und Enzyklopädiedaten; sie können Fehler enthalten.