Als Kaiser Karl IV. die Brücke 1357 bauen ließ, soll er den Grundstein selbst gelegt haben – um 5:31 Uhr am 9. Juli, weil die Zahlenfolge 1-3-5-7-9-7-5-3-1 in dieser Reihenfolge gelesen werden sollte. Die Karlsbrücke trug jahrhundertelang den schlichteren Namen Steinbrücke, erst 1870 bekam sie ihren heutigen Namen. Über sie führte der Krönungsweg der böhmischen Könige – jeder neue Herrscher musste sie auf dem Weg zur Burg überqueren. Heute drängen sich auf der Brücke Künstler, Musiker und Besucher zwischen den dreißig barocken Heiligenstatuen, die seit dem 17. Jahrhundert nach und nach aufgestellt wurden.
Audioguide Prag
Tella ist ein kostenloser Audioguide für jeden Ort der Erde. Hier sind 30 Orte in Prag, die eine Geschichte wert sind. Öffnen Sie einen davon auf der Karte und hören Sie sie auf Deutsch, oder nehmen Sie die Android-App mit auf einen Spaziergang und lassen Sie sich erzählen, woran Sie gerade vorbeigehen.

Orte, die eine Geschichte wert sind

Karls-Universität Prag
älteste und größte Universität Tschechiens (gegründet 1348)

Nationalbibliothek der Tschechischen Republik
zentrale und leitende Bibliothek Tschechiens in Prag

Tanzendes Haus
Bürogebäude in der tschechischen Hauptstadt Prag

Altstädter Ring
Platz in Prag
Der Altstädter Ring war jahrhundertelang Prags größter Marktplatz und Hinrichtungsstätte zugleich. 1621 wurden hier 27 böhmische Adlige nach der Schlacht am Weißen Berg geköpft – ein Trauma, das die Stadt für Generationen prägte. Heute erinnern weiße Kreuze im Pflaster vor dem Rathaus an sie. Die astronomische Uhr am Rathausturm zieht seit 1410 stündlich die Blicke auf sich, während auf dem Platz das Hus-Denkmal steht. Jan Hus, der hier 1415 symbolisch für Reformen steht, wurde in Konstanz verbrannt – sein Denkmal enthüllte man 1915, mitten im Ersten Weltkrieg.
Photo: A.Savin · FAL

Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn
Christliches Gotteshaus in der Prager Altstadt
Hinter den Häusern des Altstädter Rings ragen zwei Türme auf, die nicht zusammenpassen – der eine ist breiter, der andere schlanker. Das ist die Teynkirche, und ihr Bau zog sich vom 14. bis ins 16. Jahrhundert, weil die Hussitenkriege dazwischenkamen. Der Legende nach ließ ein Baumeister den einen Turm absichtlich anders bauen, damit jeder sofort erkennt, welcher von beiden sein Werk ist. Fast zweihundert Jahre lang predigte hier die utraquistische Kirche, bis die Gegenreformation die Kirche wieder katholisch machte. Bis heute ist sie die Grabstätte des dänischen Astronomen Tycho Brahe, der 1601 in Prag starb und dort im Boden der Kirche liegt.
Photo: A.Savin · FAL

Tschechische Technische Universität Prag
Universität in Tschechien
Photo: Petr Kadlec · CC BY-SA 3.0

Prager Fernsehturm
öffentlich zugänglicher Fernsehturm in Prag

Prager Pulverturm
Teil der Stadtbefestigung der Prager Altstadt (15. Jh.)
Der Name klingt martialisch, aber die meiste Zeit seiner Geschichte war dieser Turm vor allem eines: der Anfang des Königswegs. Wer gekrönt werden wollte, zog hier durch und dann die Zeltnergasse hinauf zur Burg. Vom 15. bis ins 18. Jahrhundert lagerte tatsächlich Schwarzpulver im Innern – daher der Name. Heute ist der Turm ein Aussichtspunkt, 65 Meter hoch, direkt neben dem Gemeindehaus am Platz der Republik, und noch immer das Tor zur Altstadt.
Photo: Hans Peter Schaefer, http://www.reserv-a-rt.de · CC BY-SA 3.0

Goldenes Gässchen
Gässchen an der Innenmauer der Prager Burg

Clementinum
Gebäudekomplex in Prag, Sitz der Tschechischen Nationalbibliothek
Der Barocksaal der Nationalbibliothek, den viele für die schönste Bibliothek der Welt halten, liegt im Clementinum – mit Deckenfresken von Jan Hiebl und Globen, die noch aus dem Jesuitenkolleg stammen. Das Clementinum war ab 1556 ein Jesuitenkolleg und wuchs über zwei Jahrhunderte zum zweitgrößten Gebäudekomplex Prags nach der Burg. Ab 1777 nutzte die Karls-Universität die Räume, und seit 1781 steht hier die Nationalbibliothek. Heute lagern im Clementinum rund sieben Millionen Bücher, dazu wertvolle Handschriften wie der Vyšehrad-Codex aus dem 11. Jahrhundert.
Photo: VitVit · CC BY-SA 4.0

St. Nikolaus auf der Kleinseite
Kirche in Malá Strana, Prag
Diese Kirche auf dem Kleinseitner Ring verdankt ihre Größe einem Plan, der nie ausgeführt wurde: Sie sollte die gesamte Platzfront einnehmen, als Teil einer monumentalen Jesuitenanlage. Gebaut wurde dann doch nur der eine Baukörper – aber der fiel so gewaltig aus, dass er den ganzen Platz bis heute beherrscht. Fertiggestellt wurde die Kirche 1752 nach Plänen von Kilian Ignaz Dientzenhofer, der den Bau nicht mehr vollendet erlebte. Im Zweiten Weltkrieg blieb sie unversehrt, und bis heute gilt ihre Kuppel als eine der schönsten Barockkuppeln nördlich der Alpen.
Die Geschichten schreibt eine KI aus öffentlichen Karten- und Enzyklopädiedaten; sie können Fehler enthalten.